Ich spiele, also bin ich:
Da ist kein Nutzen drin und kein Gebrauchswert
Ich spiele, also bin ich:
In meinen Regungen bin ich einfach da. Das hat seinen Wert in sich.
Ich spiele, also bin ich:
Gespielen und nicht Gegenstände sind mir Menschen und Tiere und Pflanzen der Erde aus der wir gebildet sind.
Ich spiele also bin ich:
Das ist der Ausdruck unerschöpfter Freude an der Schöpfung, in der ich inbegriffen bin.

Verfasser unbekannt

Im Spiel erwirbt das Kind Erfahrungen mit sich selbst, mit der Um - und Mitwelt, die auf unmittelbarem Erleben mit allen Sinnen (Hören, Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken) beruhen. Es wächst durch das Spiel in die Welt hinein, erfährt, umfasst und begreift sie. Das Kind lernt spielerisch Fähigkeiten, Fertigkeiten, Tätigkeiten und kann so in seiner emotionalen, sozialen, motorischen und intellektuellen Entwicklung seinen Weg gehen.

Frei entwickelte Spielerlebnisse

Spielen resultiert aus einem inneren Antrieb der Kinder. Dies kann nur freiwillig und ohne Zwang geschehen. Das Spiel ist hierbei nicht zweckgerichtet, das Tun steht im Vordergrund, nicht das Ziel. Es bereitet Freude, Vergnügen und ermöglicht hierbei grundlegende Lernprozesse. Bedürfnisse, Gefühle und Phantasie werden in die Spielsituationen eingebracht. Spielen - können ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer späteren Arbeitshaltung (sich konzentrieren können, sich einlassen auf eine Tätigkeit, Freude haben). Zum Spiel benötigt das Kind Raum, Zeit, Material und Spielgegenstände, um sein Bedürfnis nach Erfahrungen, nach Bewegung, Gestaltung (Phantasie, Kreativität) und Geselligkeit zu befriedigen. Als Kind die Freiheit zwecklosen Spielens zu erfahren und dem Leben als Spielender zu begegnen.

Spielen ist ein Ausdruck der Persönlichkeit, ein Aus - sich - heraus -leben und eine ganzheitliche Tätigkeit. Spiel gibt dem Kind einen Freiraum zur Verarbeitung der gewonnenen Eindrücke.

Spiel hat auch eine religiöse Dimension. Alle Kulturformen der Menschheit haben ihre Wurzeln im Spiel. Das Sich - hingeben im Spiel ist eine Einübung für die Hingabe an Gott. Der Wechsel von aktiv und passiv ist dabei notwendig. Spiel ist für die Kinder ein allumfassender Lernprozess. Sie lernen alle Kräfte und Fähigkeiten zu gebrauchen und einzusetzen, als Mensch in der Einheit von Körper, Geist und Seele.

Seele: Gemüt, Stimmung, Wille, (Zielsetzung, Anregungsbereitschaft, Konzentration), Emotionalität, (Freude, Angst, Trauer, Wut), Freude am Schönen, musische Begabungen.

Geist: Sich in einen Anderen hineindenken, Erfahrungen machen, zu Erkenntnissen kommen, Entscheidungen treffen, Phantasie ausgestalten, Wissen erwerben, Abstand nehmen vom Ich.

Körper: Die Hand als Werkzeug des Geistes, Handfertigkeit, Gewandtheiten werden im Spiel geübt.

Spielen führt zur Selbstbestimmung:
Die Selbstbestimmung wird dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder eine Beziehung zu sich und ihren Bedürfnissen (was Kinder brauchen - nicht was sie wollen) spüren und danach entscheiden und handeln und somit Verantwortung für sich selbst übernehmen.

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Spielentwicklung und Spielformen im Kindergarten

Die erste Form des kindlichen Spiels ist das Funktionsspiel, es äußert sich in Mimik, Gestik, Bewegung, Sprache, Kritzeln, Malen. Das Kind hat Freude an Körperbewegungen. Diese Bewegungen richten sich mehr und mehr auf Gegenstände, zunächst auf eigene Körperteile, später auf andere Objekte.

Im Rollenspiel übernimmt das Kind bereits bestimmte Rollen. Bei dieser Spielform deutet das Kind einen Spielgegenstand nach eigenen Wunsch- und Zielvorstellungen um. So kann z. B. eine Schachtel zum Auto oder zum Kochtopf werden. Das Kind übernimmt dabei die verschiedensten Rollen: Tiere wie z.B. Löwe oder Hund, Mutter, Zugführer, Familie, Arzt, etc. dadurch erprobt und entdeckt das Kind seine Welt. 
Im Rollenspiel kann sich das Kind von Erlebnissen, Erwartungen Enttäuschungen, Wünschen und Ängsten frei spielen. Hauptbedeutung dieser Spielform ist die unbeabsichtigte Selbstentfaltung und die Kommunikation mit dem Spielpartner oder Gegenstand.

Wir verkleiden uns

Bei den Konstruktionsspielen sammelt das Kind Erfahrungen in Verbindung mit Materialien und ihrer Statik, Werkzeuge, usw. Das Konstruktionsspiel, bringt dem Kind Erfahrungszuwachs, Konzentrationsfähigkeit, planmäßiges Tun, Freude am Erfolg. Es kann sich als Schöpfer von Werken erleben, das ihm zu einem gesunden Selbstwertgefühl verhelfen kann.

Für das Kind im 3. und 4. Lebensjahr steht das Konstruieren, das Tun im Mittelpunkt. Das Handeln ist nicht zielgerichtet. Ab dem 5. Lebensjahr erwirbt das Kind die Wertreife, das heißt das Kind ist nun in der Lage sich ein Ziel zu setzen und dieses bis zum Schluss zu verfolgen. 

Voraussetzung für ein gesundes Spiel

Es ist Aufgabe des Erwachsenen diese Spielwelt vorzubereiten.