| Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht das Kind zu formen, sondern es ihm zu erlauben sich zu offenbaren Maria Montessori |
Der Situationsorientierte Ansatz stellt das Kind in die Mitte des Pädagogischen Handelns, d.h. Ausgangspunkt jeder Überlegung ist die Frage:
Was ist im Kind?
Das Kind bringt seine Persönlichkeit mit, es wird nicht erst eine, es ist schon eine.
Aufgabe der Umgebung ist es, das Innere im Kind zu stärken und es zu ermuntern seinen Weg zu gehen.
Kinder brauchen die Möglichkeit individuelle Erfahrungen erleben, verstehen und verarbeiten zu können. Sie wollen die Welt und ihre Sinnzusammenhänge begreifen und bedeutsame Fragen beantwortet haben. Um dann aus erlebten Situationen, Erfahrungen und Ereignissen individuelle und soziale Kompetenzen auf - und auszubauen.
Dazu braucht das Kind Begleitung. Eine Begleitung, die um die Entfaltung von kindlicher Entwicklung und Bedürfnissen weiß.
Die entscheidende Frage in diesem Ansatz lautet nicht - "Wozu hat das Kind heute Lust", sondern "Was braucht das Kind" im Hinblick auf eine gesunde Entfaltung seiner Person.
Es geht also um kindliche Bedürfnisse und nicht um kindliche Wünsche.
Die Frage ist "Was braucht ein Mensch"
Abraham Maslow ein Mitbegründer der humanistischen Psychologie beobachtete beim Menschen, dass Bedürfnisse und somit auch Motivationen eine bestimmte Reihenfolge einhalten. Erst, wenn niedrige oder primäre Bedürfnisse gestillt sind, entstehen höhere Bedürfnisse.
Sie sind der Motor unseres Lebens.
Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung eines Menschen ist also die Achtung seiner wahren Bedürfnisse. Nicht der Mensch legt eine Idee in das Kind, sondern nach unserem christlichen Glauben hat das Gott getan und diese Idee will entfaltet sein.
Projektarbeit im Situationsorientierten Ansatz
Dreh- und Angelpunkt der pädagogischen Arbeit
ist das Kind bzw. das Wissen, das die Fachkraft durch Sach- und Fachkompetenz
und Beobachtung hat. Je besser die Beobachtung und Reflexion des
Entwicklungsbegleiters ist, um so genauer weiß er was Kinder brauchen.
Ansatzpunkt im Situationsorientierten Ansatz sind immer die Stärken des
Menschen. Zentrale Fragen sind:
Wo steht der Mensch, was kann der Mensch, wie kann ich ihn bestärken, und nicht
die Frage, welche Defizite müssen ausgeglichen werden!
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Projekt: "Ich fühle, rieche, schmecke, begreife die Welt" |
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Die Projektarbeit beruht also im wesentlichen
auf Beobachtung. Der Entwicklungsbegleiter notiert sich über einen längeren
Zeitraum die Spielsituationen und das Verhalten des einzelnen Kindes im
Beobachtungsbogen und Tagebuch auf. Diese Beobachtungen zielen darauf, die
Grundgefühle und Interessen der Kinder wahrzunehmen und herauszufiltern. Da
gibt es neben schönen Gefühlen wie Freude auch schwere Gefühle wie Trauer,
Wut, Angst. Das heißt, wir wollen Kinder begleiten, damit sie lernen selbständig
und selbstbewusst mit Bedürfnissen, Schwierigkeiten, Fragen, Konflikten und
Belastungen umzugehen.
Kinder müssen die Möglichkeit haben, die Gegenwart, das Heute schöpferisch zu
erleben, um dann offen Richtung Zukunft zu gehen.
Gerade Kinder im Alter von 3-6 Jahren können uns mit Worten nicht sagen, was ihr Thema ist, z.B. was für sie interessant ist oder was sie belastet, aber sie tun es mit ihrem Verhalten!
Sie helfen sich, indem sie Situationen
nachspielen, verändertes Verhalten zeigen oder es im Malen und Zeichnen ausdrücken,
sofern wir sie lassen!
Wir nehmen Kindern diese Freiheit, sich selbst zu helfen, indem sie machen müssen,
was wir sagen, malen wie wir das wollen, so drängen wir ihre Person zurück.
Erlauben wir dagegen dem Kind Situationen - fröhliche, leise, laute, traurige,
ärgerliche noch einmal nach zu spielen, aus - zu - drücken, dann kann das Kind
diese Erfahrung heraus - lassen, es wird entlastet, es kommt aus dem Druck und
kann sich wieder frei und offen für Neues fühlen.
Der Entwicklungsbegleiter muss kindliches
Verhalten als Botschaft begreifen und Zeit sowie Raum für kindliche Gefühle,
die verarbeitet werden wollen, zur Verfügung stellen.
Nachdem der Entwicklungsbegleiter den Interessensschwerpunkt der Kinder
herausgearbeitet hat, setzt er sich mit ihnen in der Kinderkonferenz zusammen
und äußert seine Beobachtungen. Die Kinder reagieren spontan mit ihren Äußerungen,
die bei guter Beobachtung meist stimmig sind. Man hat den roten Faden gefunden
und sammelt nun mit den Kinder durch ein Brainstorming Ideen.
Diese Ideen werden im Gruppentagebuch schriftlich festgehalten. Wichtig dabei
ist, dass ein Projekt kein fertiges Programm darstellt, sondern ein Prozess, der
sich entwickelt. Deshalb können Zeit und Inhalte nicht im Vorfeld festgelegt
werden. Die Inhalte und Methoden werden regelmäßig in Aushängen transparent
gemacht.
Zum Vergleich:
Bei einer gemeinsamen Wanderung sind wir uns über das Ziel bewusst, packen auch
für unterwegs Proviant ein,..... Wie aber das Erleben des Weges, die Atmosphäre
und die Umstände sind, kann niemand im voraus wissen. Aber genau das macht es
so spannend. Es gibt vielfältige Möglichkeiten - Wege, das Ziel zu erreichen.
Wohl liegt es aber in der Verantwortung des Entwicklungsbegleiters, den Kindern
für sie geeignete Wege zu ermöglichen.
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Projekt: "Unterwegs in Adelsheim" - Besuch bei der Polizei |
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Charakteristisch für Projektarbeit sind:
Der Weg ist das Ziel.
Bereits erlebte Projektinhalte waren: