Wir orientieren uns an den heutigen Lebensbedingungen unserer Kinder. Die Frage: "Was braucht ein Kind ?" ist Ausgangspunkt unserer Pädagogik. Der Situationsorientierte Ansatz stellt das Kind mit seinen Bedürfnissen und Interessen in die Mitte des pädagogischen Handelns und gibt somit Antwort auf die Frage:

Was braucht ein Kind ?

Wenn eine Pädagogik vom Kinde aus stattfindet, ist es notwendig, dass der Kindergarten ein Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens ist, ein Ort an dem sich Kinder Wohlfühlen und leben können. Der Gedanke, das Kind in den Mittelpunkt zu stellen und eine Balance der Selbstbestimmung (Individualität) und Gemeinschaft zu finden, ist in unserem Kindergarten Ausgangspunkt. Welches Menschenbild ich als Erwachsener vom Kind habe, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es ist ein Unterschied, ob ein Kind als ein noch unselbständiges, hilfsbedürftiges Wesen betrachtet wird, dessen Entwicklung gesteuert, gelenkt und beeinflusst werden muss.

Oder ob Kinder als neugierige, aktive, selbständige Menschen geachtet werden, die durch eigene Erfahrungen und Selbstbestimmung Schwierigkeiten meistern sowie Unabhängigkeit und Selbständigkeit entwickeln. Dabei können sie durchaus Akteure des eigenen Handelns sein. Individuelle Menschen mit Fähigkeiten und eigenen Ideen, deren Interessen sie leben wollen.

Deine Kinder sind nicht Deine Kinder.
Sie sind Söhne und Töchter
der Sehnsucht nach dem Leben selbst.
Sie kommen durch Dich,
aber nicht von Dir:
Und obwohl sie bei Dir sind,
gehören sie Dir nicht.
Du kannst ihnen Deine Liebe geben,
doch nicht Deine Sinne,
denn sie haben ihre eigenen.
Du bist die Heimat ihrer Leiber,
doch nicht ihrer Seelen.
Ihre Seelen wohnen in der Zukunft,
die Du nicht siehst,
nicht einmal in Deinen Träumen.
Du kannst Dich bemühen, wie sie zu sehen,
doch versuch nicht, sie Dir gleichzumachen.
Denn das Leben schaut nicht zurück
und wartet nicht auf Gestern

Kahil Gibran